1. deutsch
Druckversion

Hildesheimer Allgemeine Zeitung | 07. Juni 2017

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Hildesheimer Allgemeine Zeitung | 07. Juni 2017

Herberge zur Heimat soll auch Nachbarn anlocken

Die Einrichtung in der Gartenstraße will nach ihrem Umbau nicht mehr nur Anlaufstelle für Obdachlose sein, sondern auch die Anwohner einbinden

Hildesheim - Die Herberge zur Heimat in der Gartenstraße ist in Hildesheim vor allem als Obdachlosen-Unterkunft bekannt - das soll sich ändern. Die Betreiber wollen, dass auch Anwohner aus der Nachbarschaft die Einrichtung besuchen und dort an Aktivitäten teilnehmen.
Vor zwei Jahren gehörte die Herberge zur Heimat im Wttbewerb "Städtische Energien - Zusammenleben in der Stadt" des Bundesumweltministeriums mit ihrer Idee "Gast-Haus" zu 15 ausgewählten Projekten unter 240 Bewerbern. Das bedeutet eine Förderung von rund 100 000 Euro, noch einmal die gleiche Summe brachte die Herberge zur Heimat Himmelsthür gGmbH als Träger selbst auf.
Danach sei erst einmal ganz viel geplant und überlegt worden, erzählt Leiterin Daniela Knoop. "Und nach der ersten Ideenwerkstatt das meiste wieder umgeworfen. So ist das eben bei einem Beteiligungsprozess." Denn was sich in der Herberge zur Heimat verändert, sollen alle gemeinsam entscheiden, Bewohner, Mitarbeiter und Nachbarn.
Inzwischen ist einiges verwirklicht. Im in die Jahre gekommenen Untergeschoss wurden Toilette und Dusche saniert und es sind drei kleine, frisch renovierte Schlafräume entstanden. In den "Schlafkojen" finden Wohnungslose, die auf der Straße leben, kurzfristig ein Dach über dem Kopf, wenn sie krank werden. Auch Handwerksgesellen auf der Walz können hier kostenlos übernachten, womit das Haus an seine Geschichte anknüpft.
Die neue Haustür und die neuen Etagentüren sind fertig und warten auf ihren Einbau, außerdem gibt es Etagentelefone und W-LAND für die Bewohner. Malermeister Stephan Sättele hat Farbe mitgebracht und streicht mit Helfern Proben an die Wände im Treppenhaus. Die Gemeinschaftsplaner haben sich für kräftige Akzente an den Stirnseiten entschieden: Lila, Rosa, Hellgrün - nun wird sich zeigen, ob die Farben so wirken wie gewünscht.
Im Hinterhof entsteht ein Kernstück der Veränderung: Der Aufenthaltsraum für Raucher wird verkleinert, damit die Mitmach.Werkstatt wachsen kann. Hier sind in Zukunft auch Nachbarn willkommen, die ihr Fahrrad reparieren oder ein Möbelstück aufarbeiten owllen, und denen es zu Hause an Werkzeug und Platz fehlt. Viele Hände packen mir an und bringen ein Brett nach dem anderen in Position. Handwerker sind dabei, Bewohner, Praktikanten, Studenten.
Ingo Lübben zum Beispiel, als Zimmermann an einer Berufsschule tätig, hatte sich als Nachbar für das historische Gebäude interessiert - und wurde promt in das Gemeinschaftsprojekt eingebunden. Marvin Ahlburg ist Masterstudent der Sozialen Arbeit und hat mit einer Gruppe bei den Nachbarn herumgefragt, was am meisten gebraucht wird, und wann die Werkstatt geöffnet sein sollte. Jetzt heißt es wieder Planen. Welche Werkzeuge müssen wir bereitstellen? Wie gewährleistet man Sicherheit im Umgang mit Säge und Bohrmaschine? Enige der Bewohner haben handwerkliche Fähigkeiten, die beim Umbau mal wieder zum Einsatz kommen können. Über praktische Mithilfe sei mancher eben leichter einzubinden als mit sozialpädagogischen Gesprächen, weiß Marc Wübbenhorst vom Architekturbüro alberts.architekten, das die Arbeiten begleitet.
Die Herberge zur Heimat Himmelsthür ist eine Tochter der Diakonie Himmelsthür und seit 2014 Täger der Unterkunft. In der Gartenstraße gibt es einen Tagestreff, außerdem wohnen hier 20 Männer, die im Schnitt zwei Jahre bleiben, ehe sie in eigene Wohnungen umziehen.
Neun weitere Zimmer stehen in Drispenstadt zur Verfügung, in weiteren Wohnungen wird ambulante Betreuung angebiten.

Quelle: Hildesheimer Allgemeine Zeitung

 

Kontakt
Kontakt

Herberge zur Heimat Himmelsthür gGmbH
Gartenstr. 6 - 31141 Hildesheim
Tel: 05121 - 93 59 19 10
Mail: info@hzh-himmelsthuer.de

Spendenkonto

Sparkasse Hildesheim
IBAN:DE17 2595 0130 0034 6311 31

BIC:NOLADE21HIK

Im Verbund der

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code