1. deutsch
Druckversion

Leine-Deister-Zeitung | 24. September 2015

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Leine-Deister-Zeitung | 24. September 2015

Die Notunterkunft im Rollcontainer

Kunstobjekte von Winfried Baumann rücken Wohnungslose in den Blick

Hildesheim - Winfried Baumann passt perfekt zum 1200-jährigen Jubiläum Hildesheims. Kunst könne keine Probleme lösen, betont er: "Es ist die Aufgabe der Kunst, Fragen zu stellen, Fragen zu beantworten, ist die Aufgabe von uns allen." Die dürfe auch nicht auf soziale Einrichtungen und Politiker abgewälz werden. Die Objekte des Künstlers sind aber nicht nurzum Angucken da, sie sind praktisch anwendbar und durchdacht, funktional und formschön.

Vor der Herberge zur Heimat an der Gartenstra0e in Hildesheim hatte eine seiner mobilen Kleinküchen Halt gemacht: Eine Kochstation im Container-Format, die sich überall aufstellen lässt, wo Menschen Hunger bekommen. Herbergsleiterin Daniela Knoop und Praktikantin Verena Scheel verteilten Wok-Gemüse und Reis an die Gäste der Kooperationspartner und die Bewohner der Herberge zur Heimat. 16 Männer haben dort eine Unterkunft auf Zeit gefunden, einer von ihnen ist Patric Dauert. Er hat schon beim Aufbau geholfen, denn ihm gefällt das außergewöhnliche Projekt. Endlich gehe es dabei mal um die Lebenssituation der Wohnungslosen, "meist ist das den Leuten doch scheißegal." 450 Menschen seien regelmäßig Gäste im Tagesaufenthalt der Herberge an der Hannoverschen Straße, sagt Judith Hoffmann, Geschäftsführerin der Herberge zur Heimat. Einige haben inzwischen eine Wohnung legen aber immer noch wert auf den Kontakt. Andere leben in den Obdachlosenunterkünften, manche wollen auch gar keine feste Bleibe, sondern lieber "Platte machen". Doch selbst diejenigen, die am liebsten unter freiem Himmel schlafen, zwingt die Witterung manchmal unter ein festes Dach. Winfried Baumanns Notbetten aus seiner Instant-Housing-Reige könnten das bieten: Schicke Container, die sich ziehen lassen wie ein Rollkoffer. Unterwegs finden der Schlafsack und ein paar Habseligkeiten darin Platz. Zjum Schlafen kann man eine Liege herausziehen und ein Zeltdach aufklappen, fertig ist die regenfeste Unterkunft - eine Alternative zum Pappkarton, wie Winfried Baumann sagt. Die verschiedenen Modelle konnten die Hildesheimer auf der Lilie besichtigen.

Aus einem weiteren Teil der Ausstellung wurde allerdings nichts: Statt des warnen Fußbades gab es eine kalte Dusche. 20 Plätze hatte Stefanie Kreuzkam, Telke Heuer und Louise Eichele von der Cluster Sozialagentur auf der Lilie aufgebaut, um den gestressten Füßen der Asphalt-Nomaden ein erholsames Bad in warmem, duftendem Wasser zu gönnen. Das sollte nicht nur der Körperpflege diesen, sondern auch ein Zeichen von Hinwendung und Wertschätzung sein und Gespräche in Gang bringen, erklärte Frank Auracher vom Projekt Nordstadt.Mehr.Wert. Winfried Baumann hat für solche Aktionen kompakte Waschkombinationen entwickelt, komplett mit Handtuch und Badesalz. Doch das ungemütliche Regenwetter fegte die Lilie von Passanten leer. Schönes Wetter und Gespräche gab es dagegen am Abend zuvor vor dem Theater für Niedersachsen. Dort weckten die Cagemen das Interesse von Theater- und Kinogängern: Stpelbare, vergitterte kästen, in denen gerade genug Platz ist für einen Menschen und sein Gepäck. Ein geschützter Raum ohne jede Privatsphäre, der zu Fragen herausfordert. Drei derzeitige Bewohner der Herberge zur Heimat rollten als Cagemen ihre Decken aus und blieben über Nacht.

Quelle: Leine-Deister-Zeitung

Kontakt
Kontakt

Herberge zur Heimat Himmelsthür gGmbH
Gartenstr. 6 - 31141 Hildesheim
Tel: 05121 - 93 59 19 10
Mail: info@herberge-zur-heimat-himmelsthuer.de

Spendenkonto

Sparkasse Hildesheim
IBAN:DE17 2595 0130 0034 6311 31

BIC:NOLADE21HIK

Im Verbund der

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code