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Hildesheimer Allgemeine Zeitung | 24. April 2015

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Hildesheimer Allgemeine Zeitung | 24. April 2015

Eine fast vergessene Einrichtung

Lions-Club verschönert die Herberge zur Heimat

Hildesheim. Das Haus ist eine Villa, doch die Bewohner sind alles andere als Besserverdienende: Seit die Herberge zur Heimat vor 136 Jahre gebaut wurde, leben darin Obdachlose. Im öffentlichen Bewusstsein Hildesheims ist die Einrichtung aber kaum noch präsent. Der Lions-Club Hildesheim-Marienburg will das ändern. „Die Menschen müssen mehr in die Mitte der Gesellschaft rücken“, sagt Lions-Sprecher Werner Wilmes. Der Club hat deshalb nach einer großen Kleiderspende bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Einrichtung unterstützt: Zusammen mit vier Malern verschönerten die Mitglieder Kantine und Eingangsbereich. Davon erhoffen sich die Lions zweierlei: Eine schönere Herberge - und mehr Öffentlichkeit für die Einrichtung und das Schicksal der darin lebenden Menschen.

Einer dieser Menschen ist Klaus-Dieter Gubig. Wie viele andere Obdachlose stand er einst in Lohn und Brot - bis alles aus den Fugen geriet. Gubig hat als Leichenbestatter gearbeitet. Er hätte wohl besser einen anderen Beruf gewählt: Immer wieder musste der Einbecker tote Kinder einbalsamieren. Der Anblick verfolgte ihn. Er flüchtete sich in den Alkohol, bekam Ärger mit dem Vermieter, rutschte in die Obdachlosigkeit.

Die Geschäftsführerin der Herberge zur Heimat, Judith Hoffmann, kennt viele solcher Geschichten. Sie erzählt von einem Fall, der sie tief bewegt hat: ein Mann, der mit seiner Frau ein ganz normales Leben führte, voll im Beruf stand und seine Schwiegermutter pflegte. Dann starb seine Frau an Krebs. Der Verlust war ein Schock, der Mann zunehmend mit der Pflege seiner Schwiegermutter überfordert. Er begann zu trinken, verlor seine Arbeit, verschuldete sich  und konnte keine Miete mehr zahlen. Plötzlich stand er auf der Straße. Die Herberge zur Heimat nahm ihn auf: Heute lebt er in seiner eigenen Wohnung und hat wieder Arbeit.

Genau diese Ziel verfolgt die Einrichtung in der Gartenstraße: 20 Einzelzimmer gibt es dort. Neben einem Dach über dem Kopf, Essen, Duschen und frischer Kleidung bietet diese vor allem Hilfe beim Papierkram: beim Beantragen des Personalausweises oder des Arbeitslosengelds, beim Organisieren des Alltags und nicht zuletzt bei der Wohnungs- und Arbeitssuche.

Um auch jene Obdachlose aufzufangen, die noch nicht so weit oder weiter sind, betreibt die Herberge zur Heimat, die seit 2014 zur Diakonie Himmelsthür gehört, noch zwei weitere Einrichtungen. Eine davon ist der Tagestreff für Obdachlose in den Räumen der Ambulanten Wohnungslosenhilfe in der Hannoverschen Straße: Obdachlose können sich dort beraten lassen, bekommen Geld und ein Postfach - und sie können sich aufwärmen, wenn es draußen kalt ist. Zur zweiten Einrichtung gehören zwei Haushälften in der Drispenstedter Straße. Dort leben die Obdachlosen fast selbstständig. Wohntraining nennt sich das und es ist die letzte Stufe in der Vorbereitung auf ein selbstständiges Leben. Es ist das Leben, aus dem die meisten Obdachlosen kommen.

 

Text: Hagen Eichler

Kontakt
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Herberge zur Heimat Himmelsthür gGmbH
Gartenstr. 6 - 31141 Hildesheim
Tel: 05121 - 34 757
Mail: info@hzh-hi.de

Spendenkonto

Sparkasse Hildesheim
IBAN:DE17 2595 0130 0034 6311 31

BIC:NOLADE21HIK

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