1. deutsch
Druckversion

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung | stadt:piltot 11 | September 2016

Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung | stadt:piltot 11 | September 2016

Auf dem Weg zum Gast.Haus

Neuer Ort im Quartier

Kaffeeduft verbreitet sich in der Küche. Die Köchin Frau Hinze verteilt Kaffee, während die Morgensonne die rote Fassade hinaufklettert. Zeit für das Frühstück in der Herberge zur Heimat Himmelsthür.

„Guten Morgen, Herr Eckert“, begrüßt Frau Hinze den ersten Bewohner, der in den Speiseraum kommt. Herr Eckert lächelt und nippt an seinem Kaffee. Nach und nach gesellen sich weitere Bewohner dazu. Frau Knoop kommt aus ihrem Büro und wirft ein fröhliches „Moin“ in die Runde. Sie ist die Leiterin der Herberge. Sie geht von Tisch zu Tisch, trinkt Kaffee mit den Bewohnern und unterhält sich. Die Herberge ist im umgebenden gründerzeitlichen gehobenen Wohnquartier zwar alteingesessen, aber doch ein Ort für sich. Dies soll sich mit einem Projekt ändern: Die Herberge möchte sich dem Quartier öffnen und zu einem Ort des Zusammenlebens werden. Hierzu wurden Ideenwerkstätten und sogenannte „Baumeisterfrühstücke“ durchgeführt, von einem Projektteam bestehend aus Wohnungslosen, Mitarbeitern der Herberge und Anwohnern. „ Im Team haben wir überlegt, wie wir die Herberge zu einem gemeinsamen Ort mache können“, erläutert Frau Knoop. Gemeinsam wurden Pläne entwickelt, wie die Herberge nach Wünschen der Wohnungslosen, Mitarbeitern der Herberge und Anwohnern umgestaltet werden kann, nämlich zum „Gast.Haus“. „Nach Monaten der Planung sind wir nun mittendrin, im Umbau“, verkündet Frau Knoop lächelnd. Sie steht in ihrem Blaumann auf und fügt hinzu: „Also auf zur Baustelle!“ Einige Bewohner schließen sich an und folgen ihr in den Keller. Hier wir aktuell an verschiedenen Stellen gewerkelt. „Morgen zusammen“, ruft jemand durch den Flur. Es ist Herr Lübben aus der Nachbarschaft, der auch mit anpackt. „Hier sind wir aktuell dabei, die alte Dusche wieder herzurichten“, erläutert Dirk Moldenhauer, Knoops Kollege über den Lärm der Schlagbohrmaschine hinweg. Die sanitären Anlagen werden erneuert und kleine „Schlafkojen“ für Wandergesellen auf der Walz installiert. Später soll die kleine Werkstatt vergrößert und für die Nachbarschaft geöffnet werden.

Während im Keller das Bauteam arbeitet, wird in der Küche das Mittagessen vorbereitet. Den Vormittag gestalten die Herbergsbewohner nach ihrem Gusto. Einige Bewohner, insbesondere Neue, machen Erledigungen wie etwa Ummeldungen. Hierbei werden sie von den Sozialarbeitern der Herberge unterstützt.

Im Keller erklärt derweil Herr Dauert Herrn Satzky die nächsten Schritte beim Herausstemmen einer ehemaligen Duschwanne. „Viele unserer Bewohner haben ein Handwerk erlernt und können ihr Wissen hier super einbringen“, erklärt Frau Knoop, die auf dem Weg mit dem Schutteimer nach Draußen eine Pause einlegt. „Das Arbeiten und die Anerkennung dafür bringen Ihren große Freude!“

Vor Beginn des Umbaus hat die Herberge bereits viel zur Öffnung des Quartiers getan. Im Herbst 2015 war das Team bei der Hildesheimer Aktion „Hinten im Hof“ mit dabei und zeigte den Innenhof und das gesamte Gebäude für Interessierte. Kurz darauf fand an verschiedenen Stellen in Hildesheim, auch bei der Herberge, die Ausstellung „Urbane Nomaden“ statt, die das Thema Wohnungslosigkeit künstlerisch aufbereitete. Auch zu den Ideenwerkstätten kamen Bewohner aus dem Quartiert. „Wir wünschen uns, dass es jetzt zum Umbau, wo man aktiv mitarbeiten kann und Veränderungen sieht, noch mehr Anwohner werden“, sagt Frau Knoop und mach sich auf den Weg zum Mittagessen. Das Bauteam sitzt mit staubigen Gesichert, aber fröhlich gemeinsam am Tisch. Am Nachmittag wird es in der Herberge ruhiger, viele Bewohner sind unterwegs. Ein harter Kern begibt sich nach dem Essen wieder in den Keller und arbeitet weiter. Herr Dauert und Herr Niemann schliefen das hölzerne Eingangstor zum Innenhof der Herberge ab: „Die Tür zum Gast.Haus soll ja zukünftig einladend aussehen!“

Kontakt
Kontakt

Herberge zur Heimat Himmelsthür gGmbH
Gartenstr. 6 - 31141 Hildesheim
Tel: 05121 - 34 757
Mail: info@hzh-hi.de

Spendenkonto

Sparkasse Hildesheim
IBAN:DE17 2595 0130 0034 6311 31

BIC:NOLADE21HIK

Im Verbund der

Seite empfehlen

Füllen Sie die Felder aus, und klicken Sie auf Senden, um diese Seite weiterzuempfehlen!

Code